Warum manche Traumimmobilien auf Mallorca plötzlich unverkäuflich werden können

Von außen sieht alles perfekt aus. Ein wunderschöner Pool, Meerblick, ein gepflegter Garten und genau das Haus, von dem man immer geträumt hat. Der Kauf ist abgeschlossen, die Schlüssel sind übergeben und alles scheint perfekt. Doch einige Jahre später soll die Immobilie verkauft werden – und plötzlich tauchen Fragen auf, die beim Kauf niemand gestellt hat. Warum fehlt die Bewohnbarkeitsbescheinigung? Warum stimmt die Wohnfläche nicht mit den Unterlagen überein? Warum ist der Anbau nirgendwo eingetragen?

Genau diese Situationen erleben Eigentümer auf Mallorca häufiger, als viele glauben. Oft stellt sich erst beim späteren Verkauf heraus, dass eine Immobilie rechtlich oder baulich nicht vollständig dokumentiert ist.

Nicht jede Immobilie ist automatisch vollständig dokumentiert

Gerade ältere Häuser auf Mallorca wurden im Laufe der Jahre erweitert – etwa durch eine überdachte Terrasse, einen Wintergarten, einen zusätzlichen Abstellraum, einen Pool oder sogar ein Gästehaus. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas „illegal“ ist. Jede bauliche Veränderung sollte jedoch auch in den entsprechenden Unterlagen korrekt erfasst sein. Fehlen Genehmigungen oder stimmen Kataster, Grundbuch und der tatsächliche Zustand der Immobilie nicht überein, kann das den späteren Verkauf deutlich erschweren.

Die Cédula de Habitabilidad wird oft unterschätzt

Viele Käufer hören diesen Begriff zum ersten Mal. Die Cédula de Habitabilidad bestätigt, dass eine Immobilie die gesetzlichen Voraussetzungen als Wohnraum erfüllt. Sie ist bei vielen Vorgängen rund um Verkauf, Vermietung oder den Abschluss neuer Versorgungsverträge von großer Bedeutung. Fehlt sie oder ist sie abgelaufen, kann das später zu erheblichem Aufwand führen.

Grundbuch und Kataster sind nicht dasselbe

Viele gehen davon aus, dass alle Angaben automatisch identisch sind. Tatsächlich erfüllen beide Register unterschiedliche Aufgaben. Das Registro de la Propiedad dokumentiert die Eigentumsverhältnisse, während der Catastro hauptsächlich steuerlichen und technischen Zwecken dient. Gerade bei älteren Immobilien können Flächen, Nebengebäude oder Grundstücksgrenzen voneinander abweichen. Deshalb sollten beide Unterlagen immer sorgfältig miteinander verglichen werden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass vom Kauf abzuraten ist

Nicht jede Immobilie mit Unstimmigkeiten ist automatisch ein schlechter Kauf. Entscheidend ist vielmehr, dass diese Punkte vor dem Kauf bekannt sind. Dann können Käufer und Verkäufer gemeinsam Lösungen finden, fehlende Unterlagen beschaffen oder notwendige Schritte einleiten. Wer solche Punkte hingegen erst Jahre später beim Verkauf entdeckt, steht häufig unter Zeitdruck – und muss sich mit Themen beschäftigen, die sich im Vorfeld oft deutlich einfacher hätten klären lassen.

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